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Rudolf Leitner-Gründberg

Straße der Könige

und Bildgedichte von Heinz Cibulka zur Krone 1991 und zum Zyklus "Linz"

Auf dem Weg zum Ziel führt die "Straße der Könige" im Werk von Rudolf Leitner-Gründberg immer wieder an Symbolen und Elementen vorbei, die seit Jahren einen festen Platz im Oeuvre des Künstlers haben: an der Krone, dem Licht, dem Tisch und dem Stuhl, an reinem Weiß, hellem Gelb, kostbaren Pigmenten und Blattgold.

Leitner-Gründberg beschäftigen Probleme der Ordnung im Sinne von Erkennen und Werten, Erfahrungen von Raum und Licht. Er zeigt die als elementar empfundenen Verbindungen zwischen Ästhetik, Mythos, Geheimnis, Erhabenheit, Wahrheit auf, die einem intuitiven Wissen und der Imagination sofort klar zu sein scheinen, während für die bewusste Reflexion diese Verbundenheit durch eine Analyse stets nur unzureichend ergründbar ist.

Konkret findet sich dies in Bildstruktur und Ikonographie z.B. in der Umsetzung von ‚Raum', immateriell verstanden, als spürbar gewordenes Weltbild seiner Bewohner, für den Künstler besonders vorbildhaft erfahren im Lichtraum der gotischen Kathedrale, der sogar eine mystische Erfahrung möglich machte. So mögen die "selbstleuchtenden Wände" der Kathedralen bei Leitner-Gründbergs Bildern ihre Entsprechung in der Helligkeit des strahlenden Gelb, Weiß und Gold haben, die Wirkung der sichtbaren Lichtpartikel in dem Blattgold, das die ein oder andere Fläche zunächst geschlossen überzieht, sich dann in einzelne Einheiten auflöst und immer weiter verteilt.

Das Ziel des Weges ist das Königliche, verstanden als der Vorsatz, das Leben in der größtmöglichen Erfüllung zu gestalten. Das Königliche entspricht einer eigenen geistigen und ästhetischen Sphäre, die Leitner-Gründberg in seinen Bildfindungen immer wieder variiert.

Wer geht auf dieser Straße der Könige? Zunächst der Künstler. Und dann jeder, der ihm folgen mag. Die Bilder und Objekte von Rudolf Leitner-Gründberg sind keine Kunst gewordene Moral, sondern als ‚Bezugsfelder' zu verstehen, welche für den Künstler direktes Handeln mit einschließt, verändert und das Tor zu anderen Dimensionen öffnet.

Eine Maxime Leitner-Gründbergs ist die eigene künstlerische Vision und ihre konsequente Erfüllung. Durch sie löst sich jede gewohnte Rangordnung auf. Nach Leitner-Gründberg ist es die Aufgabe eines Künstlers, seiner Vision Form zu geben, seine Sicht auf die Welt zu formulieren und damit von Generation zu Generation eine neue Antwort zu geben auf die wesentliche Frage: Wie berühre ich die Dinge der Welt, was sind die Dinge eigentlich?

In Ergänzung zu den Bildern von Rudolf Leitner-Gründberg zeigen wir Bildgedichte des österreichischen Künstlers Heinz Cibulka, mit Arbeiten aus der Serie "Linz" und der Serie zur "Krone" von 1991, letztere basiert auf Aufnahmen zu der 1991 aufgestellten Krone auf dem Gründberg.

Zu Rudolf Leitner-Gründberg

1955 in Bubendorf (Linz) geboren
1976-1980 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien
(bei Bazon Brock und Oswald Oberhuber)

Einzelausstellungen (Auswahl):

1980
erste Ausstellung bei Otto Beyvl (Linz)
1991
Realisation des temporären Monuments "die Krone am Gründberg" (Gründberg, Linz)
Gal. Hofkabinett (Linz)
Kunstverein Kassel (Kassel)
Gal. Weikhard-Cassaignau (Paris)
1995
Gal. Figl (Linz), "Ego rex sum I", NÖ Landesmuseum (Wien / Katalog)
"Ego rex sum II", Gal. Curtze (Wien)
1996
"Im Garten der Liebe", Gal. Schloß Rosenberg im Haus in Bubendorf
"Jeder Gedanke ist auch als Form im Raum sichtbar", Kunstverein Steyr (Steyr)
1997
"Über das Wesen des Königlichen oder eine neue Ordnung der Welt", Kunstverein Schloß Goldegg (Goldegg)
"La féte chéz Thérèse", Gal. Curtze (Wien)
"Rex non moritur" Gal. Fa. Paradigma (Linz)
1999
"Die Krone im Kaiserpark", im Park der Kaiservilla (Bad Ischl)
"Bruchstücke vom Kaiserwetter", Galerie Rytmogram (Bad Ischl)
"Über das Wesen des Königlichen" Galerie Figl (Linz)
2002
"Glückliche Reise zu den inneren Bildern" Galerie Heike Curtze, (Wien)
"Die Krone im Marmorsaal", Stift St. Florian (Oberösterreich),
"Die Ordnung der Welt" Galerie Florian Sundheimer, (München)
2003
"Was sonst noch geschah oder der Nachmittag des Flaubert", Galerie 422 Margund Lössl (Gmunden), "Gartenarbeit"
Galerie Florian Sundheimer (München)
2004
"Kaiser Diocletian bei der Gartenarbeit", Galerie Schloß Rosenberg (Zell/See)

Gemeinschaftsausstellungen (Auswahl):

1994
"Positionen oberösterreichischer Malerei Heute" (Brüssel)
1997
"Österreichische Zeichnungen nach 1945" Galerie Schloß Rosenberg (Zell/See)
2000
"Das Trojanische Pferd" Galerie Curtze (Salzburg)
2002
Die Krone im Marmorsaal des Stiftes St. Florian (Oberösterreich)


Zu Heinz Cibulka

1943 in Wien geboren
1957-61 Graphische Lehr-Versuchsanstalt Wien

Seit 1972 Fotozyklen und Bildgedichte, Objekte und Objektbilder, digitale Bildcollagen und diverse mediale Arbeiten in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und Künstlerinnen. Neben den bildnerischen Arbeiten lyrische und konzeptuelle Texte, Aufführungen und Installationen.

Ausstellungen (Auswahl):

2003
Nunnery Gallery, London
N OE Landesmuseum, St.Pölten
Gallery PICI, Seoul-Korea
Galerie Curtze, Wien
Museum Küppersmühle - Sammlung Grohte, Duisburg
Casino Luxemburg
Pinakothek der Moderne, München
2004
Galerie Arsenal, Poznan/Polen
Zwischenraum - Eröffnung der Ausstellungsarchitektur zum Weinviertelfries " Gemischter Satz", Mistelbach
Bühnenbild zur Oper "Zwischenfälle" von Ch. Coburger - Neue Oper Wien
 

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